Gicht und Gewicht – Mythen und Fakten!

Du hast Gicht und möchtest Deine Gesundheit verbessern?
Unser Körpergewicht hat einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf von Gicht.
Aber wie stark ist dieser Einfluss tatsächlich?

In den Medien wird oft erwähnt, dass Menschen, die zu viel wiegen, Gicht haben. Ihnen wird zugeschrieben: „Du bist selbst schuld, dass Du Gicht hast, schließlich isst Du zu viel und hast Übergewicht.“
Gegen dieses Vorurteil wehre ich mich. Warum? Weil das schlicht falsch ist! Die Ursachen von Gicht liegen in der Veranlagung und sind genetisch bedingt. Als ich Gicht bekam, hatte ich Normalgewicht. Trotzdem bekam ich Gicht, d. h. nur, wenn jemand die Veranlagung für Gicht hat, bekommt er auch Gicht. Andere – ohne Veranlagung zu Gicht - können essen so viel und was sie wollen und werden dennoch niemals Gicht bekommen.

Also lass Dir nicht einreden, dass Du selbst schuld daran bist, Gicht zu haben.
Gleichzeitig unterschätze nicht: Über deine Lebensweise hast Du einen enormen Einfluss auf den Verlauf bzw. die Stärk von Gicht. Du kannst selbst einen wesentlich Beitrag zu einem gesunden und glücklichen Leben beitragen.
Dies habe ich selbst auch unterschätzt, auch weil es an greifbaren Informationen fehlte.
Aus diesem Grund ziehen wir eine Änderung unseres Lebensstils nicht ernsthaft in Erwägung.

Was kannst Du tatsächlich bewirken, wenn Du Dein Gewicht verringerst?

Schauen wir uns dafür einmal Günther an, welcher an einer Studie teilgenommen hatte. Er ist zu Beginn 46 Jahre alt und wiegt 97,5 Kg. Innerhalb von 28 Tagen verringert er sein Gewicht um ca. 8 auf 89,5 Kg. In dieser Zeit sinkt sein Harnsäurewert von 8,8 mg/dl auf 6,6 mg/dl. Das ist ein starker Effekt, bzw. das Ergebnis einer Studie, die Stefanos Harissulis 1986 durchgeführt hat. Wichtig dabei ist, dass die Teilnehmer ihr Gewicht durch eine kalorin- und purinarme Formula-Diät verringert haben.

Eine andere Studie von Niccholls und Scott weist einen um ca. 10% geringeren Harnsäurewert nach, wenn das Körpergewicht um 8 kg sinkt. So sinkt der Harnsäurewert von 8 mg/dl auf 7,2 mg/dl.

Wenn man die Häufigkeit von normal- und übergewichtigen Personen vergleicht, dann steigt die Häufigkeit bei übergewichtigen Personen um 50 Prozent an.
Bei einem Vergleich von normal- und übergewichtigen Personen nimmt die Häufigkeit Auch die Häufigkeit in der Personen an Gicht erkranken, steigt bei übergewichtigen Menschen um 50% an (Juraschek et al. 2013).

Die Beispiele bzw. Studien zeigen: Falls Du Übergewicht hast und Du Dir etwas Gutes tun willst und den Verlauf Deiner Gicht lindern möchtest, hast Du hier ein wirkungsvolles Werkzeug an der Hand. Wichtig ist, dass Du es selbst willst und daran interessiert bist.

Was kannst Du für Dich tun?

Eine gute Möglichkeit ist, Deine Ernährung umzustellen. Was ich unter den Dos und Don’ts beschrieben habe, ist neben einer starken positiven Wirkung auf die Linderung von Gicht, gleichzeitig eine gesunde Ernährung, wie Ärzte aus der Schweiz beschrieben haben.

Ich selbst habe ich mich entschieden meinen Zuckerkonsum runter zu fahren. Zu der Zeit als ich mehrere Gichtanfälle in Folge hatte, habe ich regelmäßig Süßigkeiten gegessen. Einen Schokoriegel nach dem Mittagessen gehörte für mich zum normalen Tagesablauf. Genauso nachmittags ein Stück Kuchen, wenn es sich angeboten hat. Am Abend durften es dann noch zusätzlich ein paar Stück Schokolade sein. Die Süßigkeiten habe ich dadurch ersetzt, dass ich mehr zum Frühstück gegessen habe. Nebenbei habe ich einige Kilos verloren, das war aber eigentlich nicht mein Ziel, ich vermute es lag tatsächlich am Verzicht der stark zuckerhaltigen Produkte.

Schau Dir die Dos und Don’ts einmal an. Vielleicht ist das auch für Dich ein Schritt in die richtige Richtung.

Aber Achtung! Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!

Auch wenn es nicht Deine Absicht ist. Ich muss Dich davor warnen, dass Du auch als Person attraktiver und anziehender werden könntest ;-) Du beweglicher und aktiver wirst. Das wäre doch cool, oder? Hier geht es zu den Dos und Don’ts.

Body Mass Index (BMI)

Das relative Körpergewicht wird heute meistens als Body Mass Index (BMI) ausgedrückt.
Über einem Wert von 25 Kg/m2 wird dies als Übergewicht gewertet. Falls du jedoch ein erfolgreicher Kraftsportler oder Bodybuilder bist, kannst Du auch einen BMI größer als 25 und dennoch kein Übergewicht haben. Es ist nur ein Näherungswert.

Anhand der Graphik kannst du leicht zuordnen in welcher Kategorie du Dich befindest.
Möchtest du den Wert genau erfahren, dann geht das mit einer einfachen Formel:
BMI = Körpergewicht in kg / (Körpergröße in m)². Es gibt aber auch zahlreiche BMI Rechner im Netz, die Du hierfür verwenden kannst. Falls Du Hilfe brauchst oder Fragen hast, freue ich mich über Deine Kommentare oder Nachrichten.

Literatur

Harissulis, Stefanos; Ewald, W. (1986): Therapie mit Allopurinol. Klinische Wirksamkeit verschiedener Allopurinol-Präparate. Heidelberg: Steinkopff. Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.1007/978-3-642-72397-1.
https://www.springer.com/la/book/9783798507081 (Artikel öffentlich zugänglich)
Juraschek, Stephen P.; Miller, Edgar R. 3rd; Gelber, Allan C. (2013): Body mass index, obesity, and prevalent gout in the United States in 1988-1994 and 2007-2010. In: Arthritis care & research 65 (1), S. 127–132. DOI: 10.1002/acr.21791.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3482278/

Nicholls, A.; Scott, J. T. (1972): Effect of weight-loss on plasma and urinary levels of uric acid. In: Lancet (London, England) 2 (7789), S. 1223–1224.
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-1-4684-3285-5_41

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