Über Uns

Über Uns
Jochen Hein

Auf dieser Seite erfährst Du, wer hinter den Kulissen des Gicht-Lotsen steckt, was seine Beweggründe sind und welche Geschichte dahinter steckt.

Über Jochen Hein

Sein Anliegen: die Zusammenhänge zwischen Gicht, Ernährung und Lebensweise zu erforschen sowie sein Wissen und seine Erfahrung darüber mit anderen zu teilen.

Jochen Hein lebt zusammen mit seiner Frau in Bad Homburg in der Nähe von Frankfurt. Als Nordlicht, wie er sich selbst bezeichnet, betreibt er gerne Sport im Freien, an der frischen Luft, vom Joggen über Radfahren und Surfen bis hin zum Stand-up-Paddling.

Der Diplom-Biologe wurde 1960 in Peine geboren, studierte in Oldenburg und arbeitet heute als ausgebildeter Softwareentwickler und Projektleiter bei verschiedenen Finanzdienstleistern. Seinen ersten Gichtanfall erlitt er 2012. Das veranlasste ihn, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen.

  • Als Naturwissenschaftler, indem es ihm darauf ankommt, Zusammenhänge zu verstehen.
  • Als Softwareentwickler, Themen zu organisieren und strukturieren und Lösungen zu finden.

„Das Thema Gicht, Ernährung und Lebensweise ist noch nicht erschöpft. Vieles im Bereich der Ernährung, ist nicht ausreichend erforscht. Auch der Einfluss von Ausdauer- oder Kraftsport auf Gicht ist nur Ansatzweise bekannt. Ich glaube, dass es hier noch viel zu entdecken gibt, was uns als Betroffenen weiterhilft.“

Jochen Hein

Das Team

Bei der wissenschaftlichen Recherche zu den Einflussfaktoren, wie Gicht entsteht und verläuft, wurden mehr als 100 Fachartikel gesichtet, durchgearbeitet. Die Ergebnissen sind in den Artikeln dieser Webseite zusammengefasst.

Über Uns
MSc. Ernährungswissenschaften

Julia Reinheimer, MSc. Ernährungswissenschaften

Schwerpunkte der wissenschaftliche Recherche zu den Themen:

  • Einfluss verschiedener Lebensmittel auf Gicht
  • Vegane Ernährung bei Gicht
Timo Wagner, BSc. Ökotrophologie
Timo Wagner, Ökotrophologe BSc.

Timo Wagner, Bsc. Ökotrophologie

Bsc. Ökotrophologie

Schwerpunkte der wissenschaftliche Recherche zu den Themen:

  • Einfluss von Sport / Fittness auf Gicht
  • Vergleich Wirksamkeit von Allopurinol und Ernährung
  • Einfluss von Milchprodukten und Whey auf Gicht

Über den wissenschaftlichen Beirat

Seit Februar 2019 wird die Arbeit an dem Gicht-Lotsen durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt.

Portrait von J Reusch

Dr. med. Jürgen Reusch

  • Facharzt für Allgemeinmedizin,
  • Facharzt für Innere Medizin – Endokrinologie und Diabetologie sowie
  • Facharzt für Innere Medizin – Gastroenterologie
  • arbeitet in einem medizinischen Versorgungszentrum in Frankfurt.
  • Er ist Ernährungsmediziner der Fachgesellschaft DGEM (Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V.).
Über Uns

Dr. rer. nat. Melanie Ferschke

  • Ökotrophologin,
  • Ernährungsberaterin des VDOe (Berufsverband Oecotrophologie e.V.),
  • Präventionsmanagerin Diabetes
  • Balance Ernährungsberatung
  • Sie arbeitet als ernährungswissenschaftliche Mitarbeiterin am Klinikum Frankfurt Hoechst.

Gicht-Info-Abende

Der Gicht den Stachel ziehen“ – so lautete das Motto der Gicht-Informations-Abende für Patienten im Oktober 2016 und 2019

Gicht ist sehr schmerzhaft, lässt sich aber gut behandeln. Die Vorträge erläutern wichtige Gesichtspunkte, die für ein Leben mit Gicht bedeutend sind.

  • Dr. med. Jürgen Reusch ging auf die physiologischen Grundlagen von Gicht und die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten ein. 
  • Über verschiedene Lebensmittel und wie sie sich auf die Gicht auswirken sprach Dr. rer. nat. Melanie Ferschke.
  • Jochen Hein legte als Betroffener seine Erfahrungen und seinen Umgang mit Gicht dar.  

Im Anschluss an die Vorträge haben die Zuhörer zahlreiche Fragen, die die Referenten auf der Basis ihrer Erfahrungen, beantworten Es kommt es zu einem lebhaften Erfahrungsaustausch untereinander.

Fragen und Antworten
Gelegenheit für Fragen und intensiven Erfahrungsaustausch

Veröffentlichungen

Für den Kongress „Ernährung 2018“ in Kassel haben die Ernährungswissenschaftlerin Julia Reinheimer und ich einen Artikel verfasst und dort präsentiert. Darin sind die Erkenntnisse aus unseren Recherchen zusammengefasst. Die Ergebnisse sind unten beschrieben.

Titel des Artikels und der Link für einen pdf-download ‚Verbesserter Ansatz für die Gicht-Ernährungstherapie – Umsetzung der Ernährungsempfehlungen‘, in dem Journal ‚Aktuelle Ernährungsmedizin‘.

Aktuelle Ernährungsmedizin 2018; 43(03): 231

Erschienen unter DOI: 10.1055/s-0038-1647197 Verlag Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0038-1647197

Autoren

  • JS Herrmann            Justus-Liebig-Universität, Gießen, Germany
  • J Hein                         Jochen Hein, Bad Homburg, Germany

Meine Gicht-Geschichte

Mein erster Gichtanfall 

Es ist heiß, sehr heiß. Ich besuche ein Projektmanagement-Seminar in Schweinfurt. In der Früh, es ist von der Temperatur her noch angenehm, fahre ich von zu Hause aus los. 

Pünktlich treffe ich am Seminarort ein, doch bereits beim Aussteigen aus dem Auto schmerzt mein großer Zeh. Nicht wie gewohnt sportlich dynamisch, sondern bereits wesentlich langsamer und leicht humpelnd gehe ich zum Veranstaltungsraum, ohne dass jedoch groß jemand davon Notiz nimmt. Auch ich schenke diesem Umstand vorerst keine große Beachtung und konzentrierte mich vielmehr auf die spannenden Seminarinhalte.

Der Tag wird immer heißer, trotzdem trinke ich wenig, zu wenig. Mein Fuß fühlt sich in der Hitze ganz heiß an. Er schwillt an. Immer noch glaube ich an nichts Außergewöhnliches. Liegt es nicht vielleicht an diesem heißen Tag? 

Die Schmerzen im Fuß werden jedoch immer schlimmer, sodass ich es abends kaum schaffe, zum Auto zurückzugehen, nur ganz, ganz langsam mit vielen Pausen. Ich fühle mich wie ein alter Mann. Erschöpft fahre ich direkt in die Notfall-Ambulanz eines Krankenhauses in der Nähe.

Mittlerweile ist mein großer Zeh sehr dick angeschwollen und rot. Es wird mir Blut abgenommen. Die Laboruntersuchung weist einen erhöhten Harnsäurewert aus. Der Befund des Arztes: Gicht! Mein erster Gichtanfall. Ich werde es nie vergessen!

Das war am 23. Juni 2012.

Die ersten Behandlungsmaßnahmen

Zu Hause suche ich meinen Hausarzt auf, der mich tröstet: „Herr Hein, das ist nicht so schlimm.“ Er gibt mir einen Zettel, auf dem verschiedene Nahrungsmittel notiert sind. Sie sind in Gruppen untergliedert:

  • Das sollten Sie vermeiden: Fleisch, Innereien, Fisch, Meeresfrüchte, Bier, Alkohol
  • Das sollten Sie nur eingeschränkt verzehren …
  • Das können Sie bedenkenlos essen …

Weniger Fleisch essen? Das trifft mich zutiefst! Denn ich liebe es, Fleisch zu essen. 

Eine Hauptmahlzeit ohne Fleisch gab es damals für mich nicht, das war undenkbar. Dennoch nehme ich mir die Anleitung des Arztes zu Herzen, ändere meine Essensgewohnheiten und esse nur noch 2- bis 3-mal pro Woche Fleisch und trinke weniger Bier.

Ich weiß, wie wichtig es für meine Gesundheit ist und nehme das deshalb in Kauf – auch in der Hoffnung, meinen Zustand zu verbessern. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen. Ich glaube fest daran, dass meine Bemühungen sich lohnen müssten. 

Doch die nächste Blutuntersuchung zeigt: Der Harnsäurewert ist unverändert, so hoch wie zuvor. Keine merkliche Änderung, trotz all der – für mich – schon großen Ernährungsumstellung. 

Die Enttäuschung ist riesengroß! Ich habe so gar nichts Greifbares erreicht, keinen spürbaren Fortschritt erzielt.

In der Folge: weitere Anfälle, weitere Umstellungen

Ein Jahr später, 2013, erleide ich den nächsten Gichtanfall. Weitere Anfälle folgen innerhalb der folgenden zwei Jahre, mit immer kürzer werdenden Abständen.

Das rüttelt mich wach: „Du musst was unternehmen, sonst ist irgendwann dein Gelenk beschädigt!“ Als begeisterter Freizeitsportler ist das für mich am schlimmsten und deshalb auch keine Option. Schließlich liebe ich Joggen, Spazierengehen oder Radfahren.

Ich fange an, mich mit dem Thema Ernährung bei Gicht zu befassen. Ein Taschenbuch, das mir sofort gefällt, ist die Gicht-Ampel von Sven-David Müller. Darin werden Tausende Lebensmittel mit ihrem Puringehalt aufgelistet. Der Gehalt ist bei Gicht maßgeblich dafür, ob ein bestimmtes Nahrungsmittel bedenkenlos verzehrt werden kann, ob man vorsichtig sein sollte oder ob man es am besten stark einschränkt.

Neben dem Autor empfehlen auch andere zertifizierte und anerkannte Ernährungsberater eine sogenannte „Gicht-Diät“. Diese Diät unterscheidet eine purinreduzierte – bis zu 200 mg Purine täglich – und eine streng purinreduzierte Kost, die Purine bis 130 mg pro Tag limitiert.

So entwickle ich mit der Zeit ein Gespür für Nahrungsmittel, kann leicht unterscheiden, welche Lebensmittel mir guttun und welche nicht.

Doch auch diese Methode bringt mich nicht entscheidend weiter. Mein Harnsäurewert liegt bei ca. 7 mg/dl – minimal unter dem Wert zum Zeitpunkt des zweiten und dritten Gichtanfalls. 

Muskeln brauchen Proteine – und woher nehmen …?

2015 werde ich aufgrund einer Sehnenverletzung an der rechten Schulter operiert. In der anschließenden Reha trainiere ich täglich meinen Arm. Ich will schließlich wieder windsurfen, wozu ich mit einem Muskelaufbau- und Kräftigungstraining beginne.

Beim Surfen müssen die Arme stark und belastbar sein. Doch zusätzlich zum Trainieren ist eine proteinreiche Ernährung unerlässlich. Und woher bekomme ich die Proteine, wenn ich aufgrund meiner Gicht auf Fleisch, Fisch und purinhaltiges Gemüse wie Erbsen, Linsen und Bohnen verzichte?

Was bleibt, sind Eier. Sie besitzen allerdings viel Cholesterin, weshalb sie höchstens eine Teillösung sind. Bestimmte Sorten von Hartkäse enthalten ebenfalls Proteine.

Käse esse ich jedoch nur in kleineren Mengen als Belag auf Brot – zu wenig, um nennenswert Proteine aufzunehmen.

Whey-Protein – die Lösung in vielfacher Hinsicht!

Als ich einmal an einer Apotheke vorbeigehe, fällt mir im Schaufenster eine Produktwerbung auf. Die Dose ziert ein muskulöser Kraftsportler wie auf dem Cover einer Fitness-Zeitschrift. Ich gehe in die Apotheke und schaue mir das Produkt – ein Whey-Protein – näher an.

Bei den Nährwertangaben auf der Verpackung werden Purine nicht aufgeführt. Ich frage den Apotheker, ob Whey-Protein bei Gicht geeignet sei. Er weiß darauf keine Antwort.

Da mich das interessiert, beginne ich im Internet nachzuforschen. Ich erfahre: Whey-Protein wird aus Molke gewonnen. Da Milch kein Purin enthält, so meine Schlussfolgerung, wird im Whey-Protein auch keines sein. 

Das österreichische Portal nut.s bestätigt meine Annahme. Hier das Ergebnis meiner Recherche für ein Whey-Produkt:

Gehalt von Purin in Whey Protein

 Whey weist von Natur aus keine Purine auf, so wie Milch und andere Milchprodukte. Das ist schon mal eine gute und wichtige Erkenntnis.

Allerdings stelle ich mir die folgenden Fragen:

  • Ist Whey-Protein für Personen mit Gicht gesund? 
  • Hat Whey-Protein Nebenwirkungen, die zu berücksichtigen sind? 

Meine Neugier ist geweckt und ich recherchiere über den Zusammenhang von Whey und Gicht. Ein Mediziner gibt mir einen Hinweis, der mich zu einem Artikel über Milch führt.

Der besagt, dass fettarme Milchprodukte den Verlauf von Gicht positiv beeinflussen.

Meine Überraschung ist perfekt: 

  • Es gibt also Lebensmittel, die sich positiv auf Gicht auswirken. 
  • Für einen Milchshake aus fettarmer Milch mit Whey-Proteinen bedeutet es, dass er unbedenklich und keinen negativen Einfluss hat. Im Gegenteil: Er erweist sich sogar vorteilhaft für mich

Diese Erkenntnis ist grandios! Ich bin begeistert! Weitere Fachartikel bestätigen, dass fettarme Milchprodukte Gicht vorbeugen. 

Lebensmittel – es steckt noch mehr dahinter

Zusammen mit Ernährungswissenschaftler:innen der Universität Gießen arbeite ich systematisch die englisch- und deutschsprachigen verfügbaren Fachartikel zur Ernährung bei Gicht durch. Was wir darin finden, ist für mich unglaublich. Ich bin äußerst positiv überrascht, überwältigt.

  • Fettarme Milchprodukte, Kaffee und Vitamin C beugen Gicht vor
  • Risikofaktoren für Gicht sind FleischAlkohol und Fructose.
  • Gemüse, auch purinreiches, wird empfohlen.

Die Erkenntnis, dass Fructose – also Zucker – auch Gicht verstärkt, ist neu für mich. So fügt sich ein Puzzleteilchen zum anderen und es wird ein Bild daraus.

Die Ergebnisse sind für Dich ausführlich im Beitrag Ernährung bei Gicht zusammengefasst.

Heutzutage ist vieles über die Ernährung bei Gicht bekannt. Es lassen sich klare Regeln ableiten. Ich fasse sie gern griffig als Dos und Don’ts zusammen. Jetzt weiß ich zumindest theoretisch, wie ich mich bei Gicht richtig ernähre.

Meine Erfahrung mit Diäten

Um meine theoretischen Erkenntnisse aus der Wissenschaft umzusetzen, suche ich eine Diätassistentin auf.

Ich bin neugierig, ob meine Einsichten aus der wissenschaftlichen Literatur bereits in der Praxis umgesetzt werden. Aber zu meinem Erstaunen fehlt jegliches Wissen darüber!

Die allgemeine Lehrmeinung lässt Lebensmittel, die einen erkennbaren Gicht-Risiko senkenden Effekt aufweisen, außer Acht.

Die wissenschaftlich fundierten Studienergebnisse fließen – noch – nicht in Behandlungskonzepte ein. Und das, obwohl die Dos doch die Don’t hervorragend ergänzen können.

Über Uns

Die Diätassistentin rät mir, ein Ernährungsprotokoll zu erstellen, in drei Tag die Mahlzeiten und Getränke notiert werden. Auf dieser Grundlage erarbeitet sie Vorschläge, wie ich meine Ernährung verbessern kann. 

In Bezug auf Gicht richtet sie sich nach der purinreduzierten Ernährung.  Die vorbeugenden Faktoren wie Kaffee, fettarme Milchprodukte und Vitamin C spielen bei der Beratung überhaupt gar keine Rolle.

Ich lerne, weniger Süßigkeiten zu mir zu nehmen. Das weiß ich zwar schon vorher, aber wenn es ein unabhängiger Dritter feststellt, ist es etwas anderes.

Mir gefällt ihre Lösung: „Herr Hein, sie essen zu wenig. Essen Sie vormittags eine Scheibe Brot mehr zum Frühstück. Dann haben sie weniger Hunger auf Süßes.“ Den Vorschlag greife ich gerne auf und lerne, mit zuckerhaltigen Nahrungsmitteln besser umzugehen.

Auch für die Protein-Zufuhr hat sie einen guten Rat: „Essen Sie Vollkornbrot und legen Sie mehr Käse auf das Brot.“ Magerquark kommt vermehrt auf den Speiseplan.

Mit weniger Zucker und mehr Proteinen bin ich einen wichtigen Schritt vorangekommen. Es reicht jedoch nicht, meinen Harnsäurewert ausreichend zu senken. Es drohen weitere Gichtanfälle und gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Auch andere Ernährungsexperten, die ich in dieser Zeit aufsuche, gehen nicht auf die schützenden und Gicht mindernden Faktoren bestimmter Nahrungsmittel ein.

Meine Erfahrung mit Medikamenten

Um meine Gesundheit nicht weiter aufs Spiel zu setzen – neben Gelenken schädigt Gicht auch die Nieren und das Herz-Kreislauf-System – empfiehlt mir mein Hausarzt eine medikamentöse Therapie.

Er verordnet mir Allopurinol. Die erforderliche Dosis liegt bei 200 mg pro Tag. Der Harnsäurewert sinkt deutlich auf 6,1 mg/dl. Später wechseln wir das Medikament. Die Wirkung von Adenurik ist noch stärker und der HS-Wert reduziert sich weiter auf 4 mg/dl.

Dennoch habe ich Anfang 2016 einen weiteren Gichtanfall. Das überrascht mich. Aber es ist, wie ich in der Fachliteratur nachlese, durchaus normal, dass es nach Beginn einer medikamentösen Therapie zu Gichtanfällen kommt.

Meine Erkenntnis: Wissen in die Tat umsetzen

Will ich die nächsten Jahre weiter Medikamente nehmen? Ich habe viel über Gicht gelesen. Was fange ich mit meinem Wissen über die richtige Ernährung an?

Ich gehe nochmals die Forschungsergebnisse durch. Dabei wird mir bewusst, dass das Risiko, einen Gichtanfall zu erleiden, abnimmt, je weniger Fleisch ich esse und je mehr Zucker ich weglasse.

Gleichzeitig schützen Lebensmittel vor Gicht, abhängig von der Dosis. 

So stelle ich mir einen Plan auf:

WasWie VielKommentar
Fleisch1 x pro Woche – max.ersetzte ich durch Fisch
Zucker 1 x pro Woche – max.z. B. ein Stück Kuchen
Bier1 x pro Woche – max.1 Glas Wein pro Tag ist ok
fettarme Milch2 x pro Tag1 x Milch, 1 x Whey-Isolat
Kaffee4 x pro Tag
Vitamin C250 mg pro Tag
mein Plan für die nächsten Wochen

Alle anderen Lebensmittel wie Brot, Butter, Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Gemüse bleiben in meinem Speiseplan wie sie sind.

Mein Ergebnis: Gicht frei

Im Juli 2017 spreche ich mit meinem Hausarzt und schlage vor, die Medikamente abzusetzen und es mit einer Ernährungsumstellung nach meinen Regeln – den Dos und Don’ts – zu versuchen. Er ist sehr überrascht, weil er das so nicht kennt. Ich allerdings kann ihn überzeugen, sodass er zustimmt.

Auf einmal überkommen mich Zweifel. Geht das gut? Wird dieser Plan funktionieren? Nach vier Wochen, Ende August, lasse ich meine Blutwerte bestimmen. 

Hurra – es klappt! Wer hätte das gedacht! Die Ernährungsumstellung zeigt Erfolg: Der Harnsäurewert lag bei 6,4 mg/dl, also deutlich im Norm-Bereich. Ich freue mich riesig. 

Für mich ist das der Durchbruch. Ich habe für mich eine Lösung gefunden. Seit nunmehr Juli 2017 ernähre ich mich auf diese Art und Weise. 

An Feiertagen und zu besonderen Anlässen nehme ich die Regeln lockerer. Ich lasse Ausnahmen zu. Es bleibt aber bei Ausnahmen.

Zudem treibe ich regelmäßig Sport, ob Sommer oder Winter. Ich gehe Joggen, fahre Fahrrad, im Winter fahre ich Ski und im Sommer gehe ich Windsurfen.

Seit dieser Zeit geht es mir sehr gut. Ich fühle mich fit. Die Ernährung wirkt sich insgesamt positiv aus und ich verliere ein paar Kilos. Mein Lebensstil ist aktiver geworden. Ich bin auch ein bisschen stolz auf mich!

Und das Wichtigste: Ich habe seitdem keinen Gichtanfall mehr.

Mein Gicht-Verlauf

Ereignis / AktionDatumHS-Wert
mg/dl
Laborwert bestimmtFeb.19928,0
Laborwert bestimmtDez. 20107,7
1. GichtanfallJun. 20127,2
Umstellung meiner Ernährung
auf Basis von Info durch Hausarzt
Jul. 20127,2
2. GichtanfallMai 20137,1
3. GichtanfallFeb. 20157,1
Umstellung meiner Ernährung nach Beratung
durch Diätassistentin
Apr. 20157,2
4. GichtanfallMai 20157,1
Einnahme von Allopurinol 200 mgDez. 20156,1
5. GichtanfallJan. 20165,2
Einnahme von Adenurik 80 mgNov. 20164,3
Dos & Don‘ts konsequent angewendetAug. 20176,3
Dos & Don‘ts – Kontrolle durch HausarztApr. 20186,2
Dos & Don’ts – Kontrolle durch HausarztApr. 20196,4
Dos & Don’ts – Kontrolle durch HausarztApr. 20216,3

Mein Ziel: Erfahrungen und Wissen teilen

Durch die Anpassung meiner Ernährung und meines Lebensstils habe ich Einiges bewirkt – mehr als in vielen Artikeln, die ich über Gicht gelesen habe, geschrieben steht.

In einem Fachartikel las ich sogar eine Warnung an Ärzte: Sie sollten ihren Patienten keine falschen Hoffnungen machen, Gicht über die Ernährung in den Griff bekommen zu können!

Ich dachte dagegen: Was gibt es zu verlieren? Ich kann meine Ernährung umstellen, mehr Sport treiben und spätestens zwei Wochen später kann ich das Ergebnis überprüfen und nachmessen (lassen). Dann sehe ich, ob es funktioniert oder nicht. 

Der Harnsäurewert ist ein objektives Indiz dafür. Wenn ja, ist es ein Erfolg. Wenn nicht, kann ich immer noch Medikamente einnehmen.

So wie es bei mir erfolgreich ist, so ist es auch bei anderen. Zum Beispiel ein Bekannter, der in der gleichen Stadt wohnt wie ich.

Andreas: Er möchte keine Medikamente nehmen und ändert seine Ernährung wie in dem Abschnitt ‚Wissen über Ernährung in die Tat umsetzen‘ beschrieben. Nach drei Wochen ist sein Harnsäurewert von 7,2 mg/dl auf 5,9 mg/dl gesunken. Er ist super stolz auf diese Ergebnisse.

Was bei mir und auch bei anderen funktioniert: Gelingt das auch bei Dir? Es kommt auf einen Versuch an.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es vielen geht wie mir. Menschen, die von Gicht betroffen sind, Erkrankte wie ihre Angehörigen. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 30.000 – 50.000 Menschen an diese Krankheit.

Du hast Fragen und suchst nach Antworten? 

  • Wie soll ich mich ernähren?
  • Hilft mir die Ernährungsumstellung?
  • Habe ich noch andere Möglichkeiten, um Gicht vorzubeugen?
  • Welche Medikamente helfen mir bei einem Gichtanfall?
  • Welche Medikamente nehme ich, um den Harnsäurewert zu senken?

Und viele Fragen mehr. 

Wenn Du zuverlässige und aktuelle Informationen suchst, bist Du auf dieser Webseite genau richtig.

Mein Ziel ist es:

  • Wissen über Gicht, Ernährung und Lebensweisen zusammenzutragen.
  • Aktuelle wissenschaftliche und Informationen und Erfahrungen aus dem Lebensalltag über Gicht bereitzustellen.
  • Alles in verständlicher Sprache aufzuschreiben.

Ich habe selbst erlebt, wie viel Zeit es kostet, Informationen über Gicht und die richtige Ernährung herauszubekommen. 

  • Bist Du interessiert?
  • An den Ergebnissen meiner Arbeit und an neuen Informationen? 
  • Wie Du Gicht vorbeugen kannst? 

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Ich freue mich auch über deine Fragen per E-Mail genauso wie über Deine Erfahrungen oder Kommentare.

4 Kommentare

  1. Lieber Jochen, sehr interressant ihre Beschreibung, wie Sie vorgehen!! Ich sitze hier, mit dem 3. Gichtanfall und zerbreche mir den Kopf, was habe ich falsch gemacht?! Ich bin Diabetiker Typ 2 und weiss nicht mehr, wie ich mich ernähren soll. Was ich als Diabetiker essen soll, ist füŕ die Gicht schlecht und umgedreht! Die Tabletten, die mir heute verschrieben wurden, die NW machen mir Angst. Ich werde versuchen, die von Ihnen vorgeschlagenen Typs und Erfolge umzusetzen und würde mich freuen, weiter von Ihnen zu hören! Liebe Grüsse Sigrid

    Antworten
    • Liebe Sigrid, wo siehst du Beispiele für den Widerspruch zwischen den Empfehlungen für die Ernährung bei Gicht und Diabetes 2? Ich werde das klären. Wenn du möchtest kannst du mir beschreiben, wie du dich ernährst, ich schaue mir das an und melde mich zurück. Liebe Grüsse, Jochen

      Antworten
  2. Hallo Jochen,
    bei meiner letzten Blutuntersuchung wurden erhöhte Harnsäurewerte, 8,2 mg/dl festgestellt; ebenso eine Diabetes Typ 2 sowie Fettleber. Ich muss dazu sagen, ich trinke so gut wie nie Alkohol und schon gar kein Bier. Jetzt bin ich natürlich etwas überfordert die 3 Diagnosen unter einen Hut zu bringen. Ich ernähre mich jetzt seit ca. 10 Tagen überwiegend fleischlos und orientiere mich an den Angaben aus Deiner Seite. Kannst Du mir einen Ratschlag geben wie ich mich richtig ernähre damit sich da nichts überkreuzt, sprich was für das Eine gut ist, ist vielleicht für das Andere weniger gut.
    Ich freue mich auf Deine Newsletter
    LG Siggi Wernhammer

    Antworten
    • Hallo Siggi,
      Die Diagnose kommt überraschend. Die verschiedenen Punkte gleichzeitig zu berücksichtigen, wirkt im ersten Moment sehr schwer. Die Änderungen, die du wg. dem zu hohen Harnsäurewert vorgenommen hast, sind auch bei Diabetes Typ 2 und Fettleber in Ordnung.
      Was ich aus deiner eMail heraushöre ist: 1. dass Du einen erhöhten Harnsäurewert hast, aber noch keinen Gichtanfall. Ist das richtig? Es geht also darum Gicht vorzubeugen. Die Diagnose ‚Diabetes Typ 2‘ ist ein akutes Problem. Darum ist wichtig, die Ernährungsanforderungen für Diabetes 2 in den Vordergrund zu stellen.

      LG Jochen

      Antworten

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