Wie decke ich meinen Eiweißbedarf bei Gicht?

Wie schließe ich meine Proteinlücke?

Fleisch ist einer der wichtigsten und stärksten Risikofaktoren bei Gicht.

So ist es aus meiner Sicht, da Fleisch seit je her ein wichtiger Bestandteil meiner Ernährung ist. Praktisch heißt das, dass jede Hauptmahlzeit einen Fleischanteil hat. Beim Mittagessen ist ein Schnitzel, ein Steak, Wurst, Gehacktes oder Fisch dabei. Die Herkunft, ob Schwein, Rind, Lamm oder Geflügel spielt keine große Rolle.

Zum Frühstück oder Abendbrot kommt noch Aufschnitt, Schinken oder Wurst dazu. Damit gehöre ich zu dem Drittel der Menschen in Deutschland, die täglich Fleisch essen.

Genauer: aßen.

Denn jetzt gehöre ich zu einem anderen Drittel, nämlich zu denen, die nur noch gelegentlich Fleisch verzehren.

In dem Artikel "Nahrungsmittel, die Sie bei Gicht vermeiden sollen", habe ich dar gelegt, dass durch den Verzehr von Fleisch der Harnsäurewert und das Gichtrisiko steigen.

Dies wurde in verschiedenen langfristigen Studien aufgezeigt. Der Ausgangspunkt sind Menschen, die eine Portion Fleisch pro Monat essen. Gegenüber diesen steigt das Risiko eines Gichtanfalls um 50%, wenn zwei Portionen (á 125g) pro Woche verzehrt werden.

Welche Auswirkungen hat es, wenn ich auf Fleisch verzichte?

Oben habe ich beschrieben, wie mein früherer Fleischverzehr ausgesehen hat.

Welche Auswirkungen hat dies auf meine Ernährung?

Fleischprodukte bestehen zu einem großen Teil aus Eiweiß/Proteinen. Ein Steak/Schnitzel besteht zu ca. 25% aus Proteinen. (Bei einer Portion von 150 - 200g entspricht dies 37 - 50g Proteinen).

Daraus schließe ich, dass meine Versorgung mit Proteinen bei einer täglichen Portion Fleisch vollkommen hinreichend ist. Ein Anhaltspunkt ist der Verzehr von 1g Protein pro kg Körpergewicht. Das sind bei mir 70g Protein pro Tag.

Es öffnet sich eine Proteinlücke

Wenn ich jetzt auf Fleisch weitestgehend verzichte, dann fallen diese 50g Protein pro Tag erst einmal weg.

Es öffnet sich eine Lücke in der Proteinversorgung.

Das ist gar nicht so einfach für jemanden wie mich, der Ernährung vorwiegend als Genuss betrachtet hat. In einer kurzen Übersicht zeige ich dir den Proteingehalt von einigen wichtigen Lebensmitteln, damit du ein Gefühl dafür bekommst:

Du siehst, dass in den meisten Nahrungsmitteln erheblich geringere Mengen an Proteinen enthalten sind als in Fleisch.

Details zu jeglichen Nahrungsmitteln in sehr guter Qualität und kostenlos findest du im Internet unter:

http://www.nutritional-software.at/content/nuts-service/naehrwert-suche/

Profis kaufen dort ihre Ernährungssoftware. Wir Laien können uns dort informieren;-)

Warum sind Proteine wichtig für mich?

Ein großer Teil unseres Körpers besteht aus Proteinen. Die Muskulatur, die Zellen unseres Immunsystems, die Nervenzellen des Körpers und des Gehirns sowie Hormone und Enzyme. Also alle wesentlichen Strukturen unseres Körpers werden aus Proteinen aufgebaut.

Wusstes Du, dass sich unser Körper innerhalb von 7 Jahren komplett erneuert hat?

Jede einzelne Körperzelle wird in dieser Zeit ersetzt, einzelne Organe, wie die Haut, brauchen wesentlich häufiger.

Dafür benötigen wir Proteine. Die anderen Nahrungsbestandteile, wie Fette, Öle und Kohlenhydrate spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wie kann ich diese Proteinlücke schließen?

Eines Tages bin ich zufällig auf eine sehr praktische und gleichzeitig gesunde Lösung gestoßen. In einer Apotheke habe ich eine Verpackung mit Whey-Protein gesehen und mich dafür interessiert. Das ist eine Protein-Pulver, dass aus Molke (Whey) gewonnen wird. Der Apotheker hat mir erklärt, dass  in einer Portion von 30g Whey, etwa 25g Protein enthalten sind.

Wenn ich diese mit fettarmer Milch 200ml mische, kommen weitere 7g Proteine dazu. Damit enthält ein Protein-Shake ca. 32g Proteine. Damit kommt diese Menge an Protein einer Portion Fleisch bereits recht nahe. Mit einem Protein-Shake kann ich also eine Portion Fleisch ersetzen.

Was mich wirklich erstaunt hat: Es hat mich niemand weder ein Arzt noch ein Apotheker darauf hingewiesen, dass milchbasiertes Protein eine sehr gute Lösung sein kann. Ich finde das schade und wundere mich, dass dieses für Menschen mit Gicht so wertvollen Produkte hauptsächlich im Fitnessbereich angeboten werden.

Die Vorteile habe ich zusammengefasst:

  • Milchprodukte enthalten keine Purine – da brauche ich mir also überhaupt keine Gedanken machen.
  • Mit fettarmer Milch zubereitet, ist das ein „Do“ – siehe auch „Nahrungsmittel, die Ihnen bei Gicht gut tun“. Dadurch verringern sich mein Gichtrisiko und der Harnsäurewert.
  • Whey-Protein beinhaltet sehr wenig Fett und Kohlenhydrate/Zucker.
  • Durch den hohen Proteingehalt hält es lange satt – wie ein Stück Fleisch.
    Damit sind Protein-Shakes auch gut für das Gewichtsmanagement geeignet.
  • Whey-Protein fördern den Aufbau und den Erhalt von Muskelmasse.
    Falls du sportlich aktiv bist und fit sein willst, ein wichtiger positiver Nebeneffekt.

Achtung! Protein-Riegel sind in der Regel als Protein-Quelle ungeeignet. Denn Diese enthalten in der Regel Zucker bzw. Fruchtzucker. Damit bekommst du zwar Proteine, aber auch gleichzeitig eine große Portion Zucker.

Welche Alternativen habe ich?

Inzwischen habe ich auch noch weitere für Menschen mit Gicht bzw. Hyperurikämie gut geeignete Proteinquellen „entdeckt“. Das sind insbesondere Milchprodukte wie Quark / Skyr und Käse.

Aber Achtung! Fertig zubereitete Varianten wie Fruchtquark, Fruchtjoghurt sind ungeeignet, denn diese enthalten ca. 15g Zucker pro 100g.

Zucker wiederum ist ein „Don’t“ also ein Risikofaktor bei Gicht und damit ungeeignet – siehe „Nahrungsmittel, die Sie bei Gicht vermeiden sollten“. D. h. du solltest den Quark / Skyr selbst zubereiten und auf die Zuckermenge achten.

Aber auch Eier in jeglicher Form sind als Protein-Quelle sehr gut geeignet. Ein besonders wertvolles Essen ist z. B. ein Omelett mit Kartoffeln – die spanische Tortilla.

Auf die verschiedenen Zubereitungsformen und deren Vorteile werde ich in einem anderen Artikel eingehen.

Was ist meine Schlussfolgerung?

Bei einer wirkungsvollen Ernährungsumstellung bei Gicht gibt es manches zu berücksichtigen.

Wichtig: Es ist machbar!

Die Grundregeln sind einfach. Beschäftige Dich mit deiner Ernährung. Es lohnt sich.

Viele hilfreiche Hinweise findest Du hier im Blog. Wenn du bei deiner Suche interessante Entdeckungen gemacht oder Erfahrungen gesammelt hast, lade ich Dich ein, einen Kommentar zu schreiben und mit anderen Interessierten zu teilen. Falls Du konkrete Fragen hast, schreib mir bitte eine E-Mail oder einen Kommentar. Ich werde dir in jedem Fall gerne und möglichst zeitnah antworten.

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