Gicht und Grillen: Passt das zusammen?

Wir sind mitten in der Grillsaison. Der Sommer, die langen warmen Abende, sich mit Freunden oder Familie treffen und einen gemütlichen Grillabend verbringen. Der Grill wird angeworfen. Leckere Bratwurst, Steaks, Grillspieße kommen auf den Rost. Dazu ein kühles Bier trinken.

Läuft Dir da auch das Wasser im Munde zusammen?
Da haben wir etwas gemeinsam.

Steak und Bier bei Gicht ein Tabu

Dieses Essens und Getränkeangebot wiederspricht jeder Ernährungsempfehlung bei Gicht. Fleisch, Wurst, Fisch sind bei Gicht mit Vorsicht zu genießen. Wenn Du Gicht vermeiden möchtest, solltest Du diese möglichst stark einschränken. Das gleiche gilt für Alkohol, insbesondere Bier.

Gerade habe ich mir einen neuen Grill gekauft!

Ein gegrilltes Steak

Im Sommer freut man sich auf ein gegrilltes Steak.

Im späten Frühjahr hatte ich mir einen guten Gasgrill gekauft. Und ich war stolz darauf! Oh, habe ich mich auf die Grillsaison gefreut. Am Wochenende mit Freunden treffen und Grillen, Abends mal eine Bratwurst auf den Grill legen. Hhhmm, lecker.

Dann kommt im Juni mein erster Gichtanfall. Dazu die Hinweise/Ermahnungen, wie ich meine Ernährung umstellen sollte – also weg mit dem Fleisch.

Jetzt war ich gar nicht mehr erfreut.
Warum passiert mir das, wo ich doch so gerne grille und Fleisch esse?
Ich war frustriert. Am liebsten hätte ich den Grill aus Trotz auf den Schrott geschmissen!

Was bedeutet das jetzt für mich?

Lange habe ich mich gefragt, wie ich damit umgehe…
„Du musst Dein Leben trotzdem genießen,“ sagen die einen. „Fleisch essen ist nachteilig für Gicht“, höre ich von den anderen.

Was ist jetzt richtig?

Wie gehe ich damit um? In einem Artikel (s.u.) ist beschrieben, dass mit jeder zusätzlichen Portion Fleisch das Risiko zunimmt und von 1 Portion pro Monat auf mehr als 2 Portionen pro Woche um 50%.

2 Portionen pro Woche! Das ist für mich, der ich täglich Fleisch gegessen habe wenig.

Dieser Artikel hat mir gezeigt, wie stark und deutlich der Einfluss von Fleisch auf Gicht ist. Das hat mir die Augen geöffnet:
Eine starke Einschränkung beim Fleisch hilft.

Welche Konsequenzen habe ich daraus gezogen?

Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich wollte wissen, ob eine Ernährungsumstellung tatsächlich spürbare positive Auswirkungen hat. Also habe ich meine Ernährung konsequent, wie in dem Artikel (1) beschrieben, umgestellt und verzichte (weitgehend) auf Fleisch. Damit ich auch wirklich weiß, wie oft ich was essen, nutze ich eine Checkliste und hake täglich ab, was ich esse oder auch nicht.

Bei einer Kontrolle meiner Harnsäurewerte durch meinen Hausarzt sind die Ergebnisse sehr gut und viel versprechend. Über den Erfolg freue ich mich. Meine Mühe wird schließlich belohnt!

Was mich selbst überrascht hat, ist, dass diese Umstellung nach einer gewissen Eingewöhnungszeit besser geht, als erwartet. Während der Woche esse ich jetzt andere Dinge. Gemüse, Salat, Eier, Brot alles Mögliche. Die Checkliste zeigt mir, dass ich mich tatsächlich viel besser ernähre.

Und? Was ist jetzt mit dem Grillen?

Das schenkt mir ein neues Selbstbewusstsein. Und so entscheide ich mich und sage mir: „Ich belohne mich. Spaß und Grillen gehört für mich zum Leben dazu.“ Ich spüre, dass ich mich auch trotz einem Wochenende Grillen sehr viel für meine Gesundheit unternehme.

Wenn ich zum Grillen eingeladen werde, freue ich mich auf ein leckeres saftiges Steak. Ich feiere und genieße das. Auch ein Bier oder Wein gehört dazu. Ich bin zum richtigen Genießer geworden.

Literatur

(1) Choi, H.K., 2004, Purine-Rich Foods, Dairy and Protein Intake, and the Risk of Gout in Men
Tabelle 4. Dieser Artikel ist öffentlich und kostenlos zugänglich.

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